Eingewöhnung für Mama und Kind

Vor 3 Wochen Ende der Krippenzeit. Der letzte Tag in der Krippe – und ich hatte Tränen in den Augen (Ok, ich habe etwas geschluchzt. Na ok, ich habe laut geheult). Ja ja, mein großer Rabauke ist jetzt 3,5. Er geht als großer Junge aus der Krippe und kommt als kleiner Junge in den Kindergarten. Er war jetzt 3 Wochen bei mir. Jeden Tag Programm daheim mit beiden Rabauken. Ähnelte etwas einem privaten Bootcamp. Wir haben es überlebt… Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich schon auf den Kindergarten gefreut. Endlich wieder etwas mehr durchatmen. Und er kann endlich wieder mehr spielen. Daheim musste er so oft dem kleinen Rabauken weichen, der gerade im Zerstörmodus ist. Und ich konnte ihm spieletechnisch auch nicht gerecht werden. Wäschehaufen, dreckiges Geschirr, Einkäufe, Garten, …. warteten auch noch zeitgleich auf mich. Hatte schon ein schlechtes Gewissen.

Dann kam der Tag der Kindergarteneingewöhnung immer näher. Und ich freute mich immer noch. Aber ich schlief auch schlechter. War oft stundenlang wach und hatte so komische Bilder im Kopf: Großer Rabauke weinend an meinem Hals hängend und flehend, dass ich nicht gehen soll. Großer Rabauke wird von den großen Kindern ausgelacht. Großer Rabauke kommt nicht auf die größeren Kindertoiletten rauf. Großer Rabauke findet niemanden zum spielen…. Wenn man so wach rumliegt, kann man auf die tollsten Gedanken kommen.

So und nun jetzt zum Tag 1 der Eingewöhnung…

Er wacht auf und düst runter ins Wohnzimmer weil er weiß, dass auf ihn eine Überraschung wartet. Eine kleine Kindergartenschultüte. Und zwar eine ganz spezielle Tüte. Mit Feuerwehrmann Sam drauf. Krrreeeeiiiiisch!!!! Und was noch toller ist: mit Feuerwehrmann Sam Sachen drin. Eine Feuerwehrmann Sam Taschenlampe drin, eine Feuerwehrmann Sam Axt drin, ein Feuerwehrmann Sam Walkie Talkie drin, eine Feuerwehrmann Sam Brotbox drin und eine Feuerwehrmann Sam Trinkflasche drin. Wow. Also wenn der kleine Rabauke in 1 Jahr kein Feuerwehrmann Sam Fan wird, dann haben wir ein kleines Spielzeugproblem.

Nach dem er alles ausprobiert hat und das Wohnzimmer als Einsatzort von Feuerwehrmann Sam erklärte, mussten wir uns dann auch langsam anziehen. Er grinste die gesamte Zeit über beide Ohren und war so aufgeregt. Das ich vor Aufregung fast durchdrehte, hab ich natürlich vor ihm versteckt. Dann ging es los. Die weite Fußstrecke von 100m. Er sagte auf halber Strecke: „Mama, ich möchte mal alleine zum Kindergarten gehen.“ Klar, lass ich meinen 3-jährigen Sohn alleine die 100m auf der Straße laufen. KOMMT ÜBERHAUPT NICHT IN FRAGE. Ich bringe ihn wahrscheinlich noch in 30 Jahren zur Arbeit und hole ihn dort ab…

5 Minuten später im Kindergarten angekommen. Er wurde herzlich begrüßt und ich fragte die Erzieherin ganz naiv, was ich denn jetzt da so machen soll. Ich sollte einfach da sein und ihn etwas begleiten. Ich dachte er bekommt eine ganz private Hausführung. Mein armer Junge wird sich doch verlaufen, irgendwo in der Ecke kauern und verhungern…. Jaja, meine Übermuttergedanken.

Er war so aufgeregt und spielte im 5 Minutentakt irgendetwas anderes. Malen… fertig. Perlen auffädeln… fertig. Puppe spielen… fertig. Die Erzieherin sagte zu mir, dass ich in einer Stunde ja mal gehen könnte? Mein erster Gedanke: Waaaasss???? Am allerersten Tag soll ich ihn schon alleine lassen? Mein armer Junge ist doch dann so allein (jaja, unter den 75 Kindern total allein).

Nach einer Stunde wollte ich ihm dann irgendwie vorsichtig und pädagogisch erklären, dass ich dann mal gaaaanz kurz gehe, um ihn dann nach 1,5 Stunden wieder abzuholen. Aber er kam mir zuvor: „Mama, die anderen Kinder sind alle ohne Mama und Papa hier. Wann gehst du denn?“. Oooookkkkeeyyy. Innerlich zerriss es mir mein Herz. Äußerlich freute ich mich, dass ich kein weinendes und mich anflehendes Kind vor mir habe, dem ich mich entreißen muss.

Also ging ich. Und wusste zuerst nicht, was ich jetzt so urplötzlich mit den 1,5h anfangen sollte. Außer den Schock mit einem Latte Macchiato zu ertränken und einem Käsekuchen zu versüßen. Der kleine Rabauke war zum Glück in guten Opa-Händen, der zu Besuch ist, um mich bei der Eingewöhnung zu unterstützen. Also ich ab zum nächsten Café….

1,5h später holte ich ihn wieder vom Kindergarten ab. Es fand gerade eine Hausführung statt mit allen Kindern (jucheee, mein Kind wird sich also nicht verlaufen und verhungern). Er strahlte so und sah so glücklich aus. Er erzählte mir, dass sie zusammen frühstückten und wie ein Zug durch das Haus liefen und die Erzieherin ihm ein Buch vorgelesen hat. Und Kinder sind ja bekanntlich sehr ehrlich, dann sagte er noch: „Mama, im Kindergarten ist es viel schöner als Zuhause.“ Und Mama kippte kurz um und viel in Ohnmacht.

Mooooooment. Ein Satz den eine liebende Mama unbedingt hören möchte. (heul)

Ok, morgen ist ein neuer Tag. Da wird er mich sicher ein ganz klein wenig vermissen. Bestimmt wird er mir sagen, dass ich ihn bald wieder abholen soll und er viel lieber mit mir spielt und dem Zerstör-Mini-Rabauken. Gaaanz sicher.

Fortsetzung folgt….

Ein Kommentar zu „Eingewöhnung für Mama und Kind

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