Breifrei

Jaaaaa, was soll ich sagen. Der kleine Rabauke wollte mit 10 Monaten!!! keinen Brei mehr essen. Mein erster Gedanke: „gehts noch?“ Mein zweiter Gedanke: „Oh Mist, muss ich jetzt jeden Tag gesund kochen?“. Es hat sich langsam angebahnt. Ich musste am Ende von Monat 9 immer mit einem Kindermixer füttern. Also den Kindermixer, der sich bateriebetrieben dreht und Geräusche macht, laufen lassen und nebenbei dem kleinen Rabauken den Löffel Brei in den Mund schieben. Schöne Ablenkung. Und dann kam da der Tag X….

Der kleine Rabauke verweigerte jegliche Löffel-in-den-Mund-schieb-Essens-Aufnahme. Von einem Tag auf den anderen. Das war während der Mutter-Kind-Kur an der Ostsee im Juni. (ich habe darüber geschrieben: Mutter-Kind-Kur)

Ich hatte extra für diese Kur bei Amazon 21 Mittagsgläschen (nicht falsch verstehen, beim großen Rabauken hatte ich damals jeden Tag frisch gekocht und püriert; der zweite Rabauke hat den dritten Vornahmen Hipp), 21 Nachmittagsgläschen, 6 Tüten Baby-Bircher-Müsli fürs Frühstück und 6 Tüten Abendvollkornflocken bestellt und ins Kurhotel liefern lassen, um gut ausgerüstet zu sein und nicht dort plötzlich mit einem hungrigen Kind durch Graal-Müritz zu irren, um Babybrei zu besorgen. Tja, hätte ich mich besser informiert, hätte ich erfahren, dass die Kurhotelküche auch für Babys extra Brei kocht. Nun gut anderes Thema.

Vielleicht sah er dort zu viele Kinder, die alle mit Händen aßen oder er dachte sich, juchheee ich bin schon groß oder weiß der Geier, was er sich dabei dachte. Er wollte nicht mehr gefüttert werden, schon gar nichts, was annähernd nach Brei aussah. Jaaaa, okeeeeeyyyy. Mit null Zähnen klappt das sicher suuuuper. Also was blieb mir übrig, als ihm morgens und abends „Stullen“ zu schmieren und ihm Mittags das normale Essen hinzustellen. Ein Ganzkörperanzug wäre hilfreich gewesen. Nicht nur die Stunde Breifrei hat geschlagen, sondern auch die Stunde des fast täglichen Wäsche waschens. Da natürlich nicht mehr die Mengen in sein Bauch gelangen, die er davor mit dem Brei vernaschte, brauchte er plötzlich auch mehr Milch. Das Stillen hat er im Monat 8 verabschiedet. Also gab es Pulvermilch – ca. 2 Flaschen am Tag und 2-3 Flaschen in der Nacht. Zum Glück hab ich auch diese Milch vom Kurhotel zur Verfügung gestellt bekommen. Da wird man ja sonst arm…. Tagsüber ist mir ja die Milchmenge egal, aber Nachts…. Ach war es schön, ihn mit dem Milchbrei abends noch ordentlich voll zu stopfen. Nun isst er 6 Gurkenscheiben, 2 Haps Brot und 1 Scheibe Käse. Natürlich separat voneinander. Das macht natürlich megasatt (Ironie!).

Da ich jetzt nicht sooooo die kreative Köchin bin, fällt es mir wirklich schwer, ihn jeden Tag zu bekochen. Davor hab ich es ja nicht mal für mich gemacht. Er hatte seinen Brei und ich aß so den ganzen Tag quer durcheinander. Nun muss ich kochen (lach-mich-schlapp).

Meine Tipps:

  • Nudeln mit Bolognese: nur wenn die weiße Wand nicht im unmittelbaren Umfeld steht
  • Risotto: nur wenn der Boden keine Ritzen hat
  • Ofengemüse in Pommesform (Kartoffeln, Süßkartoffeln, Zucchini, Möhren, Kohlrabi, …)
  • Eierkuchen mit Dinkelmehl (Eierkuchen)
  • Bouletten/Fleischpflanzerl/Frikadellen im Miniformat
  • Spätzle
  • Lieferando oder ähnliche Lieferserviceanbieter
  • ich empfehle grundsätzlich eine Wachstuchtischdecke für den Fußboden unter dem Hochstuhl. Die kann man sich im Baumarkt meterweise zuschneiden. Wir haben eine dezente durchsichtige 1x1m Tischdecke auf dem Boden. Diese kann nach jedem Essen feucht abgewischt werden. Alternative: man lässt das Baby nach dem Essen auf dem Boden krabbeln. Spätestens nach ner halben Stunde, findet er Reste vom Essen und vernascht diese. 2. Alternative: den Boden alle 2 Wochen erneuern.

Der Vorteil am selber essen, er kann wirklich überall mitessen. Der Nachteil, man muss jeden Tag „kochen“. War es bei euch auch so plötzlich mit dem Breifrei? Es gibt ja diese Methode, dem Kind gar keinen Brei zu füttern, sondern von Anfang an Fingerfood geben und selbst austesten und entscheiden lassen. Das heißt dann Baby-led weaning. Das Baby selbst überlassen, sich selbst zu füttern. Mmmmh, nicht meins. Ich hatte immer viel zu viel Angst vor den Nächten. Den 5-10 Hungeratacken in der Nacht, weil das Kind tagsüber zu wenig gegessen hat. Da war ich dann einfach zu egoistisch. Und mein kleiner Rabauke hatte von Tag 1 den Brei förmlich inhaliert und super gerne Brei gegessen. Betonung auf „hatte“.

Und nun warte ich auf den Tag, wo er mit Messer und Gabel isst und ich ihn nicht jeden Tag 3x umziehen muss…

 

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